Freitag, 19. September 2014

Eine unveränderte Lage

Nach dem gestrigen M5.3 Erdbeben um 14:21 Uhr Ortszeit unter der Caldera folgte am Abend noch ein M4.5 um 21:43 Uhr.
Heute Morgen um 06:44 Uhr ereignete sich ein M4.7 am Nordrand der Bardarbunga Caldera und ist bisher heute das stärkste Erdbeben. Ich rechne jedoch im Laufe des Abends mit dem täglichen M5+ Erdbeben.
Der Anstieg der seismischen Aktivität geht weiter. Täglich werden ca. 150 Erdbeben aufgezeichnet. Sie konzentrieren sich unter der Caldera des Bardarbunga, unter dem Dyke auf Höhe des Dyngjujökull und um das Gebiet des Herdubreid und Herdubreidartogl.

Die Spalteneruption hat sich weiterhin nicht abgeschwächt und hält auf dem Niveau der letzten Tage an. Am Nachmittag konnte man nach zwei Tagen Dauernebel endlich wieder etwas auf den Webcams erkennen. Mittlerweile hat sich jedoch das Wetter wieder verschlechtert und die Sicht eingeschränkt. Die Webcam des Kistufjell hingegen, lag in den letzten Tagen über der Nebeldecke und man konnte manchmal einen Blick auf die Eruption erhaschen.

Screenshot der Webcam vom Kistufjell

Desweiteren hier noch ein Infrarot Wärmebild welches zeigt, dass der Baugur Krater immer noch aktiv ist: https://twitter.com/volcan01010/status/512528411114610688/photo/1


Die Absenkung der Caldera geht unvermindert weiter und liegt derzeit bei ca. 75cm/Tag.
IMO berichtet in den letzten Tagen davon, dass es Unregelmäßigkeiten in den Bodenbewegungen gibt. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass sich die Magmabewegung unter dem Bardarbunga verändert hat.

Täglich gibt es immernoch Regionen, die einer erhöhten Schwefeldioxidbelastung ausgesetzt sind. Das Icelandic Met Office hat mittlerweile eine Seite eingerichtet, auf der man die Ausbreitung nachverfolgen kann: http://www.vedur.is/vedur/spar/gasdreifing


Die uns drei bekannten Szenarien werden weiterhin als "am Wahrscheinlichsten" angesehen:

1. Die Absenkung der Bardarbunga Caldera stoppt und die Eruption im Holuhraun Lavafeld ebbt allmählich ab.
2. Eine große Absenkung der Caldera, die die Eruption im Holuhraun Lavafeld verstärkt oder verlängert. In diesem Fall ist es wahrscheinlich, dass die Ausbruchsspalte Richtung Dyngjujökull weiter aufreißt, was zu einem Gletscherlauf und zu einer Ascheeruption führen würde. Es ist außerdem möglich, dass eruptive Risse unter anderen Stellen am Gletscher entstehen.
3. Eine große Absenkung der Caldera, die zu einem Ausbruch der Caldera führt. Infolgedessen würden große Mengen an Eis schmelzen. Es würde ein gewaltiger Gletscherlauf entstehen und viel Asche produziert werden.  

Kommentare:

  1. Wie lautet der Weblink der Webcam am Kistufjell? www.mogt.is ist ein "deadend"

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    1. Hallo, einen direkten Link gibt es nicht, da die Fotos anscheinend nur in einem Webverzeichnis abgespeichert werden: http://brunnur.vedur.is/myndir/webcam/2014/09/19/

      Dort den Standort Kverkfjöll suchen und einfach mal durchklicken

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