Dienstag, 16. September 2014

Ein Monat Bardarbunga in Aktion

UPDATE 18:20 Uhr: Ein weiteres M5.2 Erdbeben um 14:47 Uhr Ortszeit unter der Caldera in 9,7 km Tiefe. Auch diesem Beben ging kein Abrutschen der Caldera voraus.

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Es scheint, als wäre die ''neue'' Spalte von gestern Abend auf der Webcam, eine optische Täuschung gewesen. Dadurch das sich der Hauptkrater vermutlich durch sein eigenes Material zeitweise verschlossen hatte, wurde ein inaktiver Teil der Spalte wieder kurzzeitig durch den erhöhten Druck aktiv.
Nachdem sich der Hauptkrater wieder geöffnet hat, geht die Spalteneruption auf dem Niveau der Vortage weiter.

Seit meinem Post gestern Abend, hat sich die Caldera bisher nur um ca. 20cm weiter abgesenkt.
Dem bisher heute stärkstem Erdbeben, ein M4.8 um 10:36 Uhr Ortszeit, war kein Abrutschen der Caldera vorausgegangen.
Der wichtigste Indikator bei Erdbeben unterhalb der Caldera scheint somit die Tiefe zu sein. Liegt diese bei 0-5 km, ist das Beben in Verbindung mit dem Abrutschen der Caldera zu setzen. 
Kommen die Beben aber aus einer Tiefe von 6 km+, haben die Beben einen anderen Ursprung wie z.b. Magmaaufstieg oder tektonisch bedingte Stressbeben . 
Das M4.8 Erdbeben um 10:36 Uhr war in 9 km Tiefe und passt somit ins Schema meiner Theorie.
Bitte beachten: Das ist nur eine Theorie meinerseits. Ich kann damit komplett falsch liegen oder auch falsche Tiefen angegeben haben. Die nächsten Tage werden mehr Aufschluss bringen.


Das Icelandic Met Office hat heute eine Tabelle mit allen Erdbeben seit dem 16.8.2014 - 15.9.2014 22:20 Uhr herausgegeben. Diese hab ich in einer Grafik zusammengefasst:


Die Gesamtzahl der automatisch registrierten Erdbeben in diesem Zeitraum beträgt ungefähr 25.000.
Diese Zahl bezieht sich auf ganz Island und enthält einige Fehlmeldungen. Ein ungefährer verlässlicher Wert für die seimische Krise am Bardarbunga wird mit 20.000 angegeben.
In einem normalen Jahr auf ganz Island liegt der Erdbebenschnitt bei 10.000 - 15.000.


Heute vor einem Monat begann der Eruptionszyklus am Bardarbunga. Wie lange er noch anhalten wird, weiß niemand. Man rechnet jedoch mit Monaten. Ich werde euch weiterhin täglich mit Updates, Theorien, Grafiken und Bildern versorgen.
Ich möchte, wobei eher ich will diesen Blog werbefrei halten. Da jedoch das tägliche recherchieren und Posts schreiben eine Menge Zeit in Anspruch nimmt, habe ich oben rechts unter den Seitenaufrufen einen Spenden - Button eingerichtet.
Wer möchte, kann diesen nutzen.
Ich danke euch für jegliche Unterstützung.

Anbei noch ein Link zu einer Fotogalerie von Lukas Gawenda. Lukas ist ein Leser meines Blogs und ich zitiere sein Kommentar unter dem gestrigen Post:
"Mit einer Sondergenehmigung des isländischen Zivilschutzes hatte ich Anfang September die einmalige Gelegenheit, dieses eindrucksvolle und gewaltige Naturschauspiel sowohl vom Boden aus nächster Nähe, als auch aus der Vogelperspektive erleben, fotografieren und filmen zu dürfen!"

Hier der Link: http://www.lukas-gawenda.de/bildergalerie/vulkanausbruch-island/

Nochmals vielen Dank an dich Lukas, dass du dieses einmalige Erlebnis mit uns teilst!

Kommentare:

  1. Mich würde es interessieren,ob der große Ausstoß von Schwefeldioxid das Klima eventuel beeinflussen könnte?

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    1. In einem Bericht von IMO war die Rede, dass es 750kg/sec sind die ausgestoßen werden. Wenn man die 750kg/sec auf den Tag hochrechnet sind es 64800 Tonnen. Das widerum sind 0,0648 Megatonnen. D.h. für Laki Ausmaße (120MT) muss der derzeitige Gasausstoß 1851 Tage andauern. Die Frage jetzt ist nur ab wie viel Megatonnen das Klima beeinträchtigt wird :P

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    2. Um die Ausmaße des Laki Ausbruches müssten es ca.1389kg/sec sein.Das war ja auch ganz schön heftig.Also ich hatte heute den Eindruck als wen heute viel mehr Rauch und Dampf aus der Eruptions stelle raus kam.Vielleicht war der ja heute stärker,weil heute Nacht einmal die Eruption still stand.

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  2. Heute waren die starken Erdbeben alle eher weiter unten.Mir ist eine Art Zyklus auf gefallen.Mal sind paar Tagen kaum Beben und wen nur weit unten und dan wieder Tage wo plötzlich ganz viele kommen und die Beben eher weiter oben sind.So Oberhalb von 5 km tiefe.

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  3. Dankeschön. Lese fast täglich hier auf dieser Seite um das Fortschreiten der Aktivitäten zu verfolgen.
    Gruss, Hawi

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