Dienstag, 30. September 2014

Neues vom Bardarbunga #3

Update 20:00 Uhr: Mit den letzten Sonnenstrahlen des Tages bietet sich derzeit auf der Webcam ein schöner Anblick. Vermeintliche Dampfexplosionen am Ende des Lavastroms aufgrund der Interaktion von Magma und Wasser. Durch die Schneeschmelze und dem Regen der letzten Tage, ist der Pegel vom Gletscherfluss Jökulsá á Fjöllum um ca. 1 Meter gestiegen.
Hier ein aktuelles Webcambild:


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Der heutige Tag brachte bisher ca. 70 aufgezeichnete Erdbeben. 25 davon ereigneten sich unter dem Dyke auf Höhe des Dyngjujökull und an der Eruptionsspalte. Die restlichen Erdbeben konzentrieren sich alle auf das Gebiet der Caldera.

Die stärksten Erdbeben heute alle am Nordrand der Caldera:

- M4.0 um 03:06 Uhr
- M4.2 um 07:57 Uhr
- M3.8 um 14:13 Uhr
- M4.7 um 14:53 Uhr

Ich denke, dass wir heute noch mit einem M5+ rechnen dürfen.

Preliminary analysed data by the SIL seismic monitoring group of the Icelandic Meteorological Office

Der GPS Graph der Caldera zeigt bisher heute einen ungewöhnlichen Verlauf. Seit Mitternacht erhob sich die Caldera leicht und sackte danach um ca. 20 cm ab, jedoch "nur" von dem M4.2 um 07:57 Uhr begleitet.
Desweiteren sackte die Caldera gestern infolge des M5.5 Erdbebens um fast 25 cm ab.


Aufgrund des anhaltenden schlechten Wetters halten sich die neuen Informationen über die Spalteneruption in Grenzen.
Das Icelandic Met Office hat heute nur herausgegeben, dass das neue Lavafeld mittlerweile 46 km² bedeckt.
Aber das was ich auf der Webcam letzte Nacht sehen konnte, entsprach dem Niveau der Vortage.


Folgende drei Szenarien werden weiterhin als "am Wahrscheinlichsten" angesehen: 

1. Die Absenkung der Bardarbunga Caldera stoppt und die Eruption im Holuhraun Lavafeld ebbt allmählich ab.
2. Eine große Absenkung der Caldera, die die Eruption im Holuhraun Lavafeld verstärkt oder verlängert. In diesem Fall ist es wahrscheinlich, dass die Ausbruchsspalte Richtung Dyngjujökull weiter aufreißt, was zu einem Gletscherlauf und zu einer Ascheeruption führen würde. Es ist außerdem möglich, dass eruptive Risse unter anderen Stellen am Gletscher entstehen.
3. Eine große Absenkung der Caldera, die zu einem Ausbruch der Caldera führt. Infolgedessen würden große Mengen an Eis schmelzen. Es würde ein gewaltiger Gletscherlauf entstehen und viel Asche produziert werden. 

 


Falls im Laufe des Abends noch etwas passiert, werde ich diesen Post updaten.

Montag, 29. September 2014

Die starken Erdbeben unter der Caldera halten an

Vor etwa einer Stunde, um 13:42 Uhr Ortszeit, bebte es unter dem Südostrand der Caldera mit einer Stärke von M5.5 in einer Tiefe von 5,6 km. Das Epizentrum lag direkt über dem Ausgangspunkt vom Dyke. Es war in Akureyri, Nordisland, zu spüren.
Die Caldera zeigt einen vorläufigen Drop von ca. 20 cm. (Caldera GPS)

Die weiteren starken Beben seit meinem Update gestern Abend:

- M4.2 gestern um 20:55 Uhr
- M4.9 um 03:52 Uhr in 3,1 km Tiefe nördlich der Caldera
- M3.9 um 06:26 Uhr
- M4.4 um 10:37 Uhr

Aufgrund des starken Sturms auf Island wurden bisher heute erst 45 Erdbeben aufgezeichnet. 15 davon unter dem Dyke auf Höhe des Dyngjujökull und die restlichen 30 im Bereich der Caldera.

Preliminary analysed data by the SIL seismic monitoring group of the Icelandic Meteorological Office


Es gibt weiterhin keine Anzeichen für ein Abschwächen der Spalteneruption. Das neu entstandene Lavafeld wächst beständig an. Mittlerweile hat es eine Größe von ca. 44 km² erreicht.
Hier nochmal eine Karte, wo man die vom Lavafeld blockierte Straße gut erkennen kann:

Copyright University of Iceland

Anbei noch ein schönes Kontrastbild welches zeigt, dass wirklich der Winter in Holuhraun eingekehrt ist:

Picture: Kerstin Langenberger/Institute of Earth Sciences


Sonntag, 28. September 2014

Schieflage der Caldera?

Der heutige Tag war ein sehr aktiver unter der Caldera. Nach dem M5.2 Erdbeben gestern Abend um 19:31 Uhr Ortszeit folgten heute bereits 7 stärkere Erdbeben >M3 unter der Caldera.

- M3.4 um 02:03 Uhr in nur 100 m Tiefe
- M4.1 um 04:44 Uhr
- M3.4 um 07:52 Uhr
- M4.0 um 08:19 Uhr
- M3.7 um 11:15 Uhr in nur 100 m Tiefe
- M5.2 um 12:34 Uhr in 1,7 km Tiefe am nördlichen Rand der Caldera. Heute das bisher stärkste Erdbeben.
- M3.4 um 13:38 Uhr

Bisher wurden heute ca. 75 Erdbeben aufgezeichnet. 10 davon unter dem Dyke auf Höhe des Dyngjujökull und die restlichen 65 allesamt unter der Caldera.
Die zeigt sich aber wenig beeindruckt von der ganzen Aktivität und hat bisher keine großen Sprünge gemacht, was das Absinken der Caldera angeht. Mit bisher ca. 25 cm Absenkung heute, liegen wir auf dem Niveau der Vortage (Caldera GPS).

Preliminary analysed data by the SIL seismic monitoring group of the Icelandic Meteorological Office

Auffällig auf dieser Grafik ist, dass sich die meiste Aktivität am nördlichen Teil der Caldera abspielt. Diese Beobachtung stärkt sich anhand der Erdbebengrafik vom Beginn der seismischen Krise bis heute:

Preliminary analysed data by the SIL seismic monitoring group of the Icelandic Meteorological Office

Anhand der roten und orangen Punkte lässt sich die deutliche Bebenverteilung der letzten 1-2 Wochen feststellen. Teilen wir die Caldera nur einmal in Norden und Süden ein, so haben wir fast die gesamte Aktivität im Nordteil.
Der Südteil der Caldera scheint nicht auf das Absenken zu reagieren. Nur hier und da treten ein paar Spannungsbeben auf. Für mich stellt sich das so dar, dass die Caldera größtenteils nur im nördlichen Teil absinkt und somit mittlerweile in Schieflage geraten sein sollte.

Genaue Daten hierzu habe ich leider noch nicht gefunden. Vielleicht bringen neue Informationen von IMO in der kommenden Woche mehr Aufschluss.


In den nächsten Tag wird sehr schlechtes und stürmisches Wetter auf Island erwartet. Erst um den 3. Oktober herum sollen sich die Stürme wieder verziehen. In diesem Zeitraum werden erneut viel weniger Erdbeben registriert werden und der Tremor wird fast unbrauchbar sein.
Folgende Grafik zeigt u.a. den zu erwartenen Mittelwind und Niederschlag:

Credits: www.wetterzentrale.de

Wenigstens hat sich unsere Spalteneruption heute nochmal von Ihrer schönen Seite gezeigt. Hier ein aktueller Screenshot (20:20 Uhr):


Samstag, 27. September 2014

Eine Spalteneruption im weißen Kleid

Update 22:15 Uhr: Ein weiteres starkes Erdbeben nördlich der Caldera. Ein M5.2 um 19:31 Uhr Ortszeit in einer Tiefe von 7,1 km.

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Nach dem M5.2 am gestrigen Nachmittag um 16:49 Uhr Ortszeit, folgte noch ein M4.3 um 18:55 Uhr unter der Bardarbunga Caldera.
Der vorübergehende Drop hat sich bestätigt. Die Caldera rutschte um 20 cm ab und löste somit das M5.2 Erdbeben aus.

Das bisher heute stärkste Erdbeben ist ein M5.0 in der Nacht um 02:00 Uhr Ortszeit in einer Tiefe von 3,8 km. Jedoch lag dieses Beben nördlich der Caldera und ist somit nicht mit dem Setzungsprozess der Caldera in Verbindung zu bringen.
Um 08:11 Uhr folgte noch ein M4.5 in 1,5 km Tiefe unter dem Nordrand der Caldera.
Die Zahl der bisher automatisch aufgezeichneten Erdbeben beläuft sich heute auf ca. 70.
Somit befindet sich die seismische Aktivität auf dem Niveau der Vortage. Es werden aber weiterhin nicht alle Erdbeben aufgezeichnet, da immernoch stürmisches Wetter herrscht.

Copyright Icelandic Met Office

Apropos Wetter: der Winter hat Einzug gehalten auf Island. Zumindest im Hochland.
Auf der Webcam sieht man nach dem schlechten Wetter von heute Morgen eine angezuckerte Landschaft rund um die Spalteneruption herum.



Das Absinken der Caldera geht langsam aber stetig weiter. In den letzten 72 Stunden beträgt die Absenkung 110 cm. Dies entspricht einer täglichen Rate von knapp 40 cm (Caldera GPS).
Die Gesamtabsenkung liegt mittlerweile bei 28-29 m.

An der Spalteneruption hat sich nichts geändert. Sie ist weiterhin konstant und ein baldiges Ende wird nicht erwartet.

So wie die Lage in den letzten Tagen und aktuell ist, kann das eine Weile so weitergehen. Mehrere starke Erdbeben >M3 unter der Caldera am Tag, eine beständige Spalteneruption und das kontinuierliche Absinken der Caldera.
Bis wir dann zu dem Punkt kommen, an dem eines der drei "am Wahrscheinlichsten" Szenarien eintrifft.

1. Die Absenkung der Bardarbunga Caldera stoppt und die Eruption im Holuhraun Lavafeld ebbt allmählich ab.
2. Eine große Absenkung der Caldera, die die Eruption im Holuhraun Lavafeld verstärkt oder verlängert. In diesem Fall ist es wahrscheinlich, dass die Ausbruchsspalte Richtung Dyngjujökull weiter aufreißt, was zu einem Gletscherlauf und zu einer Ascheeruption führen würde. Es ist außerdem möglich, dass eruptive Risse unter anderen Stellen am Gletscher entstehen.
3. Eine große Absenkung der Caldera, die zu einem Ausbruch der Caldera führt. Infolgedessen würden große Mengen an Eis schmelzen. Es würde ein gewaltiger Gletscherlauf entstehen und viel Asche produziert werden. 

Natürlich können auch andere Szenarien nicht ausgeschlossen werden. Jedoch läuft es bei der aktuellen Entwicklung auf eines der drei Szenarien hinaus.

Freitag, 26. September 2014

Die Eruption hält an

Update 19:20 Uhr: Um 16:49 Uhr Ortszeit (18:49 Uhr MESZ) ein Erdbeben der Stärke M5.2 in 4,4 km Tiefe unter der Bardarbunga Caldera. Mit dem Erdbeben ist eine vorläufige Absenkung der Caldera von ca. 20 cm verbunden.

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Heute ist ein seismisch sehr ruhiger Tag am Bardarbunga. Das stärkste Erdbeben bisher ein M4.1 heute Morgen um 03:42 Uhr Ortszeit in einer Tiefe von 0,1 km.
Gestern Nachmittag ereigneten sich jedoch noch einige M3+ Erdbeben:

- M5.0 um 16:35 Uhr in einer Tiefe von 5,7 km unter der Caldera
- M3.8 um 18:10 Uhr
- M4.3 um 19:55 Uhr
- M3.8 um 20:48 Uhr

Insgesamt wurden bisher heute 50 Erdbeben registriert. Sie konzentrieren sich weiterhin auf das Gebiet der Caldera und unter dem Dyke auf Höhe des Dyngjujökull.
Jedoch ist diese Zahl wie in den letzten Tagen auch wieder verfälscht, da sich der Sturm auf Island immer noch nicht gelegt hat.

Gestern ist die Caldera nur noch um ca. 30 cm abgesunken. Dieser Trend bestätigt sich. Am heutigen Tag bisher ca. 20 cm. (GPS Caldera)
In dem nachfolgendem Bild sieht man die Bardarbunga Caldera ohne vom Vatnajökull bedeckt zu sein. Der Durchmesser beträgt 7 km. Das sind 60 Fußballfelder aneinander gereiht.



Die Spalteneruption zeigt weiterhin keine Anzeichen sich abzuschwächen. Mittlerweile hat das Lavafeld eine Größe von ca. 40 km² erreicht.
Der Lavastrom hat die Zufahrtsstraße der Wissenschaftler zur Eruptionsstelle seit heute blockiert und wohl für immer geschlossen.

Copyright
Landmælingar Íslands


Folgende drei Szenarien werden weiterhin als "am Wahrscheinlichsten" angesehen:

1. Die Absenkung der Bardarbunga Caldera stoppt und die Eruption im Holuhraun Lavafeld ebbt allmählich ab.
2. Eine große Absenkung der Caldera, die die Eruption im Holuhraun Lavafeld verstärkt oder verlängert. In diesem Fall ist es wahrscheinlich, dass die Ausbruchsspalte Richtung Dyngjujökull weiter aufreißt, was zu einem Gletscherlauf und zu einer Ascheeruption führen würde. Es ist außerdem möglich, dass eruptive Risse unter anderen Stellen am Gletscher entstehen.
3. Eine große Absenkung der Caldera, die zu einem Ausbruch der Caldera führt. Infolgedessen würden große Mengen an Eis schmelzen. Es würde ein gewaltiger Gletscherlauf entstehen und viel Asche produziert werden. 


Donnerstag, 25. September 2014

Neues vom Bardarbunga #2

Der gestrige Tag endete mit einem M4.9 um 22:35 Uhr Ortszeit unter der Bardarbunga Caldera.
Heute morgen folgten dann in einem Abstand von 50 Minuten die bisher drei stärksten Erdbeben des Tages:

- 04:25 M4.2 in 7,1 km Tiefe am nördlichen Rand der Caldera
- 05:00 M5.2 in 11,7 km Tiefe am Südostrand der Caldera
- 05:15 M4.4 in 8,5 km Tiefe auch am nördlichen Rand der Caldera

Aufgrund der Tiefe der Erdbeben kann man davon ausgehen, dass Sie tektonischen Ursprungs waren. Besonders dem M5.2 war kein Abrutschen der Caldera vorausgegangen oder gefolgt.

Mehr lässt sich zu den Erdbeben heute nicht sagen. Die wenigen die aufgezeichnet wurden, konzentrieren sich weiterhin unter der Caldera und unter dem Dyke auf Höhe des Dyngjujökull.
Der Sturm auf Island hält immer noch an und macht es schwer, Erdbeben aufzuzeichnen.

Preliminary analysed data by the SIL seismic monitoring group of the Icelandic Meteorological Office.

Das Absenken der Caldera ist heute ein wenig zum Stillstand gekommen. Das kann sich aber jederzeit ohne Vorwarnung wieder ändern.(GPS Station auf der Caldera)
Mittlerweile beträgt die Gesamtabsenkung 27-28 Meter.

Die Spalteneruption hält auf dem Niveau der Vortage an. Die Gasemissionen von Schwefeldioxid belaufen sich auf 10-60.000 Tonnen pro Tag. Zum Vergleich: die EU-Nationen produzieren zusammen 14.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag.
Um jedoch diese Zahlen wieder zu relativieren: 
Gehen wir von dem Maximalwert von 60.000 Tonnen pro Tag aus, müsste die Eruption 2000 Tage andauern um die 120 Megatonnen zu erreichen, die die Laki Eruption 1783-84 ausgestoßen hat. (http://de.wikipedia.org/wiki/Laki-Krater#Gas-_und_Aschewolken)



Mittwoch, 24. September 2014

Kurze Zusammenfassung am Abend

Eine Übersicht der heutigen Daten


Heute gibt es nur ein kurzes Update, weil IMO heute nur sehr wenige Daten liefert, da ein Sturm über Island tobt und dieser die Daten stark verfälscht.

Am frühen Morgen um 04:58 Uhr UTC (Ortszeit) gab es ein Beben der Stärke 3,4 in einer Tiefe von 0,1 km und ein weiteres 3er Beben um 06:59 Uhr UTC (Ortszeit) in 1 km Tiefe. Das stärkste Erdbeben heute am Bardarbunga hatte eine Magnitude von 5,2 in einer Tiefe von 6,6 km um 08:14 Uhr UTC (Ortszeit) das ist +2 Stunden 10:14 Uhr MESZ (unserer Zeit), gefolgt von einem Beben der Magnitude 3,5 in einer Tiefe von 7,6 km um 16:47 Uhr UTC (Ortszeit) und um 16:48 Uhr UTC folgte wieder ein 3er Beben der Stärke 3,6 in einer Tiefe von 8 km. 


                                                                                                  Copyright Icelandic Met Office

Aktuelles-Update: 

Weitere Moderate Erdbeben am Bardarbunga in den letzten 60 Minuten

17:56 Uhr Ortszeit Magnitude 3,9 Tiefe 7,2 km
18:39 Uhr Ortszeit Magnitude 3,5 Tiefe 2,7 km
18:41 Uhr Ortszeit Magnitude 4,0 Tiefe 8,8 km
18:53 Uhr Ortszeit Magnitude 3,7 Tiefe 3,2 km

Aktuelle-Erdbeben Hier klicken

Spalteneruption:
Die Spalteneruption zeigt weiterhin keine Anzeichen sich abzuschwächen und setzt sich auf dem Niveau der Vortage weiter fort. 



Weiterhin haben unsere drei "am wahrscheinlichsten" Szenarien Bestand:

1. Die Absenkung der Bardarbunga Caldera stoppt und die Eruption im Holuhraun Lavafeld ebbt allmählich ab.
2. Eine große Absenkung der Caldera, die die Eruption im Holuhraun Lavafeld verstärkt oder verlängert. In diesem Fall ist es wahrscheinlich, dass die Ausbruchsspalte Richtung Dyngjujökull weiter aufreißt, was zu einem Gletscherlauf und zu einer Ascheeruption führen würde. Es ist außerdem möglich, dass eruptive Risse unter anderen Stellen am Gletscher entstehen.
3. Eine große Absenkung der Caldera, die zu einem Ausbruch der Caldera führt. Infolgedessen würden große Mengen an Eis schmelzen. Es würde ein gewaltiger Gletscherlauf entstehen und viel Asche produziert werden. 



Post geändert 00:30 -> Plattentektonik entfernt

Dienstag, 23. September 2014

Dimensionen der Spalteneruption

Bisher wurden heute 60 Erdbeben aufgezeichnet. Das stärkste ein M5.2 um 04:33 Uhr Ortszeit in 4,9 km Tiefe am Nordostrand der Bardarbunga Caldera, gefolgt von einem M4.5 um 13:44 Uhr.
Die meisten Erdbeben werden heute im Bereich der Caldera aufgezeichnet. Bisher nur vereinzelte Beben unter dem Dyke.

Automatisch aufgezeichnete Erdbeben seit Mitternacht
Copyright Icelandic Met Office

Die Spalteneruption im Holuhraun Lavafeld hält weiterhin auf dem Niveau der Vortage an. Direkt am Baugur Krater erreicht das neue Lavafeld eine Höhe von 30 m, an anderen Orten 18-22 m und die durchschnittliche Höhe der gesamten 37 km² beträgt 14 m.

Wie gestern bereits berichtet, beträgt das Gesamtvolumen des neuen Lavafeldes 0,4 - 0,6 km³. Damit ist es auf Island das zweitgrößte der letzten 150 Jahre. Nur die Eruption der Hekla vom 29. März 1947 bis 21. April 1948 erschuf ein größeres Lavafeld mit einem Gesamtvolumen von 0,8 km³. (Informationen zum Hekla Ausbruch 1947-48: http://de.wikipedia.org/wiki/Hekla#1947.E2.80.931948)
Die kontinuierliche Förderungsrate derzeit ist beeindrucked. Das Hekla Lavafeld entstand in 13 Monaten. Demgegenüber unser neues Lavafeld bei der derzeitigen Rate in 2-3 Wochen die Ausmaße des Hekla Lavafeldes erreicht. Dann wäre die Eruption ca. 5 Wochen alt.

Das Icelandic Met Office brachte heute eine neue Zahl heraus. Das Volumen der Gesamtabsenkung der Caldera
beträgt 0,6 km³. Ob das ein Zufall oder ein Zusammenhang mit dem Volumen des Lavafeldes ist, kann ich derzeit noch nicht sagen.
Wäre es ein Zusammenhang, dann wäre der gesamte Magmaausstoß der Spalteneruption exakt mit dem Volumen der Absenkung der Caldera in Verbindung zu bringen.
Sobald die nächsten Daten in diese Richtung veröffentlich werden, wissen wir mehr.


Hier noch ein Video von Geologen der University of Iceland. Aufnahmezeitraum 12. - 21. September: https://www.facebook.com/video.php?v=950919134922551&set=vb.933177740030024&type=2&theater


Montag, 22. September 2014

Kurzes Update am Abend

Der Tag heute brachte bisher 10 Erdbeben über M3. Die beiden stärksten ein M4.8 um 09:51 Uhr und ein M4.7 um 13:36 Uhr Ortszeit unter der Bardarbunga Caldera.
Die Gesamtzahl der heutigen Erdbeben beläuft sich auf 145. Im Vergleich zu gestern ein Anstieg.
Sie konzentrieren sich auf die Gebiete unter der Caldera und unter dem Dyke auf Höhe des Dyngjujökull.

Jedoch scheint das Icelandic Met Office ein paar technische Probleme zu haben. In den letzten Stunden wurden keine Erdbeben aufgezeichnet (siehe Grafik). Diese Ruhe ist meiner Meinung nach auf die möglichen technischen Probleme zurückzuführen und somit dürfte die Zahl noch höher liegen.

Copyright Icelandic Met Office

Die Spalteneruption zeigt weiterhin keine Anzeichen sich abzuschwächen. Pro Sekunde werden 250-350m³ Magma gefördert. Der Gesamtausstoß wird mittlerweile von IMO mit 0,4 - 0,6 km³ bezifftert.

Das Absinken der Caldera geht langsam aber stetig weiter. Mit ca. 50 cm/Tag sind wir bei einer Gesamtabsenkung von rund 26 m angekommen.


Weiterhin haben unsere drei "am Wahrscheinlichsten" Szenarien Bestand:

1. Die Absenkung der Bardarbunga Caldera stoppt und die Eruption im Holuhraun Lavafeld ebbt allmählich ab.
2. Eine große Absenkung der Caldera, die die Eruption im Holuhraun Lavafeld verstärkt oder verlängert. In diesem Fall ist es wahrscheinlich, dass die Ausbruchsspalte Richtung Dyngjujökull weiter aufreißt, was zu einem Gletscherlauf und zu einer Ascheeruption führen würde. Es ist außerdem möglich, dass eruptive Risse unter anderen Stellen am Gletscher entstehen.
3. Eine große Absenkung der Caldera, die zu einem Ausbruch der Caldera führt. Infolgedessen würden große Mengen an Eis schmelzen. Es würde ein gewaltiger Gletscherlauf entstehen und viel Asche produziert werden. 

 

Sonntag, 21. September 2014

Zusammenfassung des Tages

Die Serie der starken Erdbeben unter der Caldera hält an. Seit gestern Mittag sind es 21 Erdbeben >Magnitude 3. Diese bilden einen Ring um die Caldera (siehe Grafik).
Die stärksten Erdbeben heute:

- ein M4.8 um 00:57 Uhr
- ein M4.5 um 09:36 Uhr
- ein M5.5 um 10:51 Uhr Ortszeit in 8,9 km Tiefe unter der Bardarbunga Caldera.
Dem Beben war eine Absenkung von 25cm vorausgegangen.
Es war das zweitstärkste Erdbeben seit Beginn der seismischen Krise.



Erdbeben der letzten 48h

Copyright Icelandic Met Office


Die seismische Aktivität ist in der Anzahl der Erdbeben ein wenig rückläufig, hat jedoch dafür in der Stärke zugelegt. Bisher wurden heute 80 Erdbeben aufgezeichnet. Zum Vergleich: gestern waren es ca. 140.

Die Spalteneruption im Holuhraun Lavafeld ist weiterhin in vollem Gange. Das neu entstandene Lavafeld bedeckt mittlerweile ein Gebiet von 37 km².
Die Konzentration der ausgestoßenen Gase ist nach wie vor auf hohem Niveau. Um die Eruptionsstelle wurden einige tote Vögel entdeckt, die wahrscheinlich am Schwefeldioxid erstickt sind.

Ausbreitung des Lavafelds, Copyright Institute of Earth Sciences


Unsere drei "am Wahrscheinlichsten" Szenarien:

1. Die Absenkung der Bardarbunga Caldera stoppt und die Eruption im Holuhraun Lavafeld ebbt allmählich ab.
2. Eine große Absenkung der Caldera, die die Eruption im Holuhraun Lavafeld verstärkt oder verlängert. In diesem Fall ist es wahrscheinlich, dass die Ausbruchsspalte Richtung Dyngjujökull weiter aufreißt, was zu einem Gletscherlauf und zu einer Ascheeruption führen würde. Es ist außerdem möglich, dass eruptive Risse unter anderen Stellen am Gletscher entstehen.
3. Eine große Absenkung der Caldera, die zu einem Ausbruch der Caldera führt. Infolgedessen würden große Mengen an Eis schmelzen. Es würde ein gewaltiger Gletscherlauf entstehen und viel Asche produziert werden. 

Ausmaße des Baugur Kraters

Folgendes Video zeigt die enormen, unbeschreiblichen Ausmaße der Spalteneruption. Ein riesiges Lavafeld, in dem sich ein Fluss aus Lava gebildet hat (Minute 0-3:20).
Danach fliegt der Helikopter Richtung Baugur Krater und zeigt seine enormen Ausmaße. Gestern im Update schrieb ich, dass der Krater mittlerweile der höchste Punkt auf dem Lavafeld ist. Das stellt dieses Video eindrucksvoll unter Beweis. (Minute 3:20-6)




Heute Abend wird noch ein Update erfolgen.

Samstag, 20. September 2014

Alles beim Alten

UPDATE 20:00 Uhr: Eine Serie starker Erdbeben findet derzeit unter der Caldera statt. Angefangen mit einem M3.4, M3.6, M4.0, M4.4 und als bisherigen Höhepunkt ein M5.0.

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Das erwartete M5+ Erdbeben hat sich ein wenig Zeit gelassen und ereignete sich erst heute Morgen um 01:10 Uhr Ortszeit. Ein M5.1 in 3 km Tiefe knapp nordöstlich der Bardarbunga Caldera. Somit war dem Erdbeben keine Absenkung vorausgegangen.
Die seismische Aktivität hält sich auf dem Niveau der Vortage. Heute wurden bisher ca. 110 Erdbeben aufgezeichnet. Sie konzentrieren sich weiterhin unter der Caldera, unter dem Dyke auf Höhe des Dyngjujökull und vereinzelt auch unter dem Herdubreid und Herdubreidartogl.

In den letzten 72 Stunden hat sich die Caldera um 130 cm abgesenkt. Somit haben wir eine Gesamtabsenkung von ca. 27m.

Credits University of Iceland, Institute of Earth Science, Almannavarnir

Nachdem sich gestern am Abend endlich das schlechte Wetter auf Island verzogen hatte, konnte man nachts auf der Webcam wieder die volle Schönheit der Spalteneruption erkennen. Diese geht auf unverändertem Niveau weiter.

Screenshot Mila Webcam

Es ist der Baugur Krater, der derzeit noch Lava fördert. Mittlerweile ist der Krater zum höchsten Punkt des Holuhraun Lavafelds angewachsen. Hier ein Archivbild vom Anfang seiner Tätigkeit:

Copyright Institute of Earth Scienses University of Iceland

Eine neue chemische Analyse des Holuhraun Magmas von IMO hat ergeben, dass das Magma aus einer Magmakammer in einer Tiefe von mehr als 10 km kommt. Das bestärkt die Theorie, dass die Eruption lange anhalten wird.
Jón Friman berichtete gestern Abend auf seinem Blog, dass sich die Wissenschafter darauf einrichten, mindestens bis Dezember am Holuhraun Lavafeld zu bleiben.


Unsere drei altbekannten Szenarien haben weiterhin als "am Wahrscheinlichsten" Bestand:

1. Die Absenkung der Bardarbunga Caldera stoppt und die Eruption im Holuhraun Lavafeld ebbt allmählich ab.
2. Eine große Absenkung der Caldera, die die Eruption im Holuhraun Lavafeld verstärkt oder verlängert. In diesem Fall ist es wahrscheinlich, dass die Ausbruchsspalte Richtung Dyngjujökull weiter aufreißt, was zu einem Gletscherlauf und zu einer Ascheeruption führen würde. Es ist außerdem möglich, dass eruptive Risse unter anderen Stellen am Gletscher entstehen.
3. Eine große Absenkung der Caldera, die zu einem Ausbruch der Caldera führt. Infolgedessen würden große Mengen an Eis schmelzen. Es würde ein gewaltiger Gletscherlauf entstehen und viel Asche produziert werden.  


Post geändert um 19:15 Uhr: GPS Absenkungszeitraum, 48h -> 72h; Quellenangabe der chemischen Analyse

Freitag, 19. September 2014

Eine unveränderte Lage

Nach dem gestrigen M5.3 Erdbeben um 14:21 Uhr Ortszeit unter der Caldera folgte am Abend noch ein M4.5 um 21:43 Uhr.
Heute Morgen um 06:44 Uhr ereignete sich ein M4.7 am Nordrand der Bardarbunga Caldera und ist bisher heute das stärkste Erdbeben. Ich rechne jedoch im Laufe des Abends mit dem täglichen M5+ Erdbeben.
Der Anstieg der seismischen Aktivität geht weiter. Täglich werden ca. 150 Erdbeben aufgezeichnet. Sie konzentrieren sich unter der Caldera des Bardarbunga, unter dem Dyke auf Höhe des Dyngjujökull und um das Gebiet des Herdubreid und Herdubreidartogl.

Die Spalteneruption hat sich weiterhin nicht abgeschwächt und hält auf dem Niveau der letzten Tage an. Am Nachmittag konnte man nach zwei Tagen Dauernebel endlich wieder etwas auf den Webcams erkennen. Mittlerweile hat sich jedoch das Wetter wieder verschlechtert und die Sicht eingeschränkt. Die Webcam des Kistufjell hingegen, lag in den letzten Tagen über der Nebeldecke und man konnte manchmal einen Blick auf die Eruption erhaschen.

Screenshot der Webcam vom Kistufjell

Desweiteren hier noch ein Infrarot Wärmebild welches zeigt, dass der Baugur Krater immer noch aktiv ist: https://twitter.com/volcan01010/status/512528411114610688/photo/1


Die Absenkung der Caldera geht unvermindert weiter und liegt derzeit bei ca. 75cm/Tag.
IMO berichtet in den letzten Tagen davon, dass es Unregelmäßigkeiten in den Bodenbewegungen gibt. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass sich die Magmabewegung unter dem Bardarbunga verändert hat.

Täglich gibt es immernoch Regionen, die einer erhöhten Schwefeldioxidbelastung ausgesetzt sind. Das Icelandic Met Office hat mittlerweile eine Seite eingerichtet, auf der man die Ausbreitung nachverfolgen kann: http://www.vedur.is/vedur/spar/gasdreifing


Die uns drei bekannten Szenarien werden weiterhin als "am Wahrscheinlichsten" angesehen:

1. Die Absenkung der Bardarbunga Caldera stoppt und die Eruption im Holuhraun Lavafeld ebbt allmählich ab.
2. Eine große Absenkung der Caldera, die die Eruption im Holuhraun Lavafeld verstärkt oder verlängert. In diesem Fall ist es wahrscheinlich, dass die Ausbruchsspalte Richtung Dyngjujökull weiter aufreißt, was zu einem Gletscherlauf und zu einer Ascheeruption führen würde. Es ist außerdem möglich, dass eruptive Risse unter anderen Stellen am Gletscher entstehen.
3. Eine große Absenkung der Caldera, die zu einem Ausbruch der Caldera führt. Infolgedessen würden große Mengen an Eis schmelzen. Es würde ein gewaltiger Gletscherlauf entstehen und viel Asche produziert werden.  

Donnerstag, 18. September 2014

Eine Theorie auf dem Prüfstand

Update 18:45 Uhr: Die Stärke wurde mittlerweile auf M5.3 hochgesetzt.

Update 17:45 Uhr: Die Tiefe des Bebens wurde auf 6,8km korrigiert.

Update 17:00 Uhr: Um 14:21 Uhr Ortszeit ein M5.1 Erdbeben in 1,8 km Tiefe unter der Caldera. Laut GPS ist dem Beben ein Drop von 20-25 cm vorausgegangen.
Genaue GPS Daten sind in drei Stunden zu erwarten.

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Vorgestern habe ich eine Theorie aufgestellt, die ich heute ein wenig näher erläutern möchte.
Zitat aus dem Post Ein Monat Bardarbunga in Aktion:

"Der wichtigste Indikator bei Erdbeben unterhalb der Caldera scheint somit die Tiefe zu sein. Liegt diese bei 0-5 km, ist das Beben in Verbindung mit dem Abrutschen der Caldera zu setzen. 
Kommen die Beben aber aus einer Tiefe von 6 km+, haben die Beben einen anderen Ursprung wie z.b. Magmaaufstieg oder tektonisch bedingte Stressbeben."

Hierzu habe ich eine Grafik vorbereitet: 

Credits University of Iceland, Institute of Earth Science, Almannavarnir

Punkt 1: Ein Abrutschen der Caldera um 30 cm gefolgt von einem M5.4 Erdbeben unter der Caldera in 100 m Tiefe.

Punkt 2: Ein M5.2 Erdbeben in 9,7 km Tiefe unter der Caldera. Keine Veränderung der Caldera.

Punkt 3: Ein M5.4 Erdbeben in 7,7 km Tiefe Nordöstlich der Caldera. Infolge des Beben rutscht die Caldera um 25 cm ab.

Punkt 4: Ein kleiner Schwarm unter der Caldera in 6-9 km Tiefe. Während dieser Zeit hebt sich die Caldera um bis zu 15 cm.

Punkt 5: Ein M5.2 Erdbeben in 5,9 km Tiefe unter der Caldera. Keine Veränderung der Caldera

Was bedeutete das?
Auf ein plötzliches Abrutschen der Caldera folgt ein M5+ Erdbeben in einer Tiefe bis zu 5 km.
Wenn sich jedoch ein M5+ Erdbeben in einer Tiefe von mehr als 5 km ereignet, ist der Ursprung tektonischer Herkunft.
Desweiteren können starke Beben außerhalb der Caldera ein Abrutschen zur Folge haben.
Kleine Erdbebenschwärme in größerer Tiefe können auf neue Magmaintrusion hindeuten, da wie in diesem Beispiel zu sehen, die Caldera kurze Zeit angehoben wurde.
Bitte beachten: Das ist immernoch eine Theorie meinerseits. Ich kann damit durchaus falsch liegen.


Der gestrige Tag endete mit 13 Erdbeben > Magnitude 3. Heute ist auch wieder ein seismisch sehr aktiver Tag. Mehrere starke Beben von M3.4 bis M4.5 unter der Caldera, jedoch alle in einer Tiefe von 6 km oder mehr. Die Schwerpunkte konzentrieren sich weiterhin auf die Caldera und unterhalb des Dykes auf Höhe des Dyngjujökull, wobei sich heute ein richtiger Schwarm unter der Caldera ereignet.
Das tägliche M5+ Erdbeben fehlt noch und ich denke, dass wir heute Abend noch eines bekommen werden.
Die Geschwindigkeit mit der die Caldera sinkt, hat sich auf ca. 50 cm täglich reduziert. Ursprünglich waren es 90 cm/Tag. Die Gesamtabsenkung beträgt zurzeit 25,5 m.

Credits http://baering.github.io/
Kreise: Schwarm unterhalb der Caldera

Das Icelandic Met Office dementiert, dass sich die Spalteneruption abschwächt. Auf Ihrer täglichen Sitzung gaben Sie bekannt, dass die Eruption mit der gleichen Intensität der Vortage anhält.
Das Wetter auf Island hat sich leider immer noch nicht gebessert. Auf den Webcams sieht man nicht viel. 

Der Lavastrom bedeckt mittlerweile ein Gebiet von 25-30 km². Das entspricht einem ausgestoßenen Volumen von bis zu 250 Millionen Kubikmeter Lava.
Zum Vergleich: das Volumen aller Häuser auf Island liegt bei 146 Millionen Kubikmetern.
(http://www.visir.is/the-new-lava-would-fill-all-buildings-in-iceland-and-then-some/article/2014140919041)

Mittwoch, 17. September 2014

Die Spalteneruption schwächt sich ab

Update 20:40 Uhr: Vor wenigen Minuten gab es das von mir erwartete 5er Beben. Ein M5.2 in 5,9 km Tiefe um 18:09 Uhr Ortszeit -> 20:09 Uhr deutscher Zeit. Dem Erdbeben war, stand jetzt, kein Abrutschen der Caldera vorausgegangen.

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Die Spalteneruption im Holuhraun Lavafeld neigt sich dem Ende. Wissenschaftler geben der Eruption nur noch ein paar Tage.
Jedoch bedeutet dies nicht das Ende der Aktivitäten am Bardarbunga. In einem Interview sagte Ármann Höskulds­son vom In­sti­tute of Earth Sci­ences, dass eine neue Eruption zu 99,9% stattfinden wird. Der Magmadruck im Dyke ist unverändert und es kommt immer mehr neues Magma nach. Somit ist es nur eine Frage der Zeit wann und wo eine neue Spalte aufreißen wird.
Wissenschaftler hoffen darauf, dass die neue Spalte sich auch wieder auf gletscherfreiem Gebiet befinden wird. Da jedoch ein großer Teil des Dykes subglazial verläuft, ist die Chance hoch, dass die nächste Eruption unter dem Dyngjujökull stattfinden wird.

Das letzte starke Erdbeben war gestern Abend um 21:34 Uhr Ortszeit mit einer Magnitude von 5.4 in einer Tiefe von 7,7 km. Das Epizentrum lag nicht direkt unter der Caldera, sondern Nordöstlich davon. Somit war dem Beben keine Absenkung vorausgegangen. Jedoch sank die Caldera dann infolge des Bebens um ca. 25cm ab.

Credits University of Iceland

Ein kleiner Hinweis zu dem GPS Graphen: Die blaue Linie hat einen Messintervall von 180 Minuten. Dadurch, dass sich der Graph alle 5 Minuten aktualisiert, ist meist die blaue Linie am Ende fehlerhaft, da ihr zu wenig Daten zur Verfügung stehen. In den letzten Tagen berichteten Leser, dass es einen plötzlichen Drop der Caldera um 60cm oder ein plötzliches Anheben der Caldera um 50cm gab und eine Stunde später wieder verschwunden war. Verlässliche Daten des GPS sind immer erst 3 Stunden später zu erwarten.


Die Gesamtzahl der heutigen Erdbeben beläuft sich auf ca. 90. Mit einem neuen starken Erdbeben rechne ich heute Abend.
Leider ist seit gestern Abend wirklich sehr schlechtes Wetter auf Island. Dichter Nebel und Regen verhindern jegliche Sicht auf die Eruptionsstelle.


Weiterhin sind folgende drei Szenarien als "am Wahrscheinlichsten" anzusehen:

1. Die Absenkung der Bardarbunga Caldera stoppt und die Eruption im Holuhraun Lavafeld ebbt allmählich ab.
2. Eine große Absenkung der Caldera, die die Eruption im Holuhraun Lavafeld verstärkt oder verlängert. In dieser Situation ist es wahrscheinlich, dass die Ausbruchsspalte Richtung Dyngjujökull weiter aufreißt, was zu einem Gletscherlauf und zu einer Ascheeruption führen würde. Es ist außerdem möglich, dass eruptive Risse unter anderen Stellen am Gletscher entstehen.
3. Eine große Absenkung der Caldera, die zu einem Ausbruch der Caldera führt. Infolgedessen würden große Mengen an Eis schmelzen und es würde ein gewaltiger Gletscherlauf entstehen. 

Dienstag, 16. September 2014

Ein Monat Bardarbunga in Aktion

UPDATE 18:20 Uhr: Ein weiteres M5.2 Erdbeben um 14:47 Uhr Ortszeit unter der Caldera in 9,7 km Tiefe. Auch diesem Beben ging kein Abrutschen der Caldera voraus.

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Es scheint, als wäre die ''neue'' Spalte von gestern Abend auf der Webcam, eine optische Täuschung gewesen. Dadurch das sich der Hauptkrater vermutlich durch sein eigenes Material zeitweise verschlossen hatte, wurde ein inaktiver Teil der Spalte wieder kurzzeitig durch den erhöhten Druck aktiv.
Nachdem sich der Hauptkrater wieder geöffnet hat, geht die Spalteneruption auf dem Niveau der Vortage weiter.

Seit meinem Post gestern Abend, hat sich die Caldera bisher nur um ca. 20cm weiter abgesenkt.
Dem bisher heute stärkstem Erdbeben, ein M4.8 um 10:36 Uhr Ortszeit, war kein Abrutschen der Caldera vorausgegangen.
Der wichtigste Indikator bei Erdbeben unterhalb der Caldera scheint somit die Tiefe zu sein. Liegt diese bei 0-5 km, ist das Beben in Verbindung mit dem Abrutschen der Caldera zu setzen. 
Kommen die Beben aber aus einer Tiefe von 6 km+, haben die Beben einen anderen Ursprung wie z.b. Magmaaufstieg oder tektonisch bedingte Stressbeben . 
Das M4.8 Erdbeben um 10:36 Uhr war in 9 km Tiefe und passt somit ins Schema meiner Theorie.
Bitte beachten: Das ist nur eine Theorie meinerseits. Ich kann damit komplett falsch liegen oder auch falsche Tiefen angegeben haben. Die nächsten Tage werden mehr Aufschluss bringen.


Das Icelandic Met Office hat heute eine Tabelle mit allen Erdbeben seit dem 16.8.2014 - 15.9.2014 22:20 Uhr herausgegeben. Diese hab ich in einer Grafik zusammengefasst:


Die Gesamtzahl der automatisch registrierten Erdbeben in diesem Zeitraum beträgt ungefähr 25.000.
Diese Zahl bezieht sich auf ganz Island und enthält einige Fehlmeldungen. Ein ungefährer verlässlicher Wert für die seimische Krise am Bardarbunga wird mit 20.000 angegeben.
In einem normalen Jahr auf ganz Island liegt der Erdbebenschnitt bei 10.000 - 15.000.


Heute vor einem Monat begann der Eruptionszyklus am Bardarbunga. Wie lange er noch anhalten wird, weiß niemand. Man rechnet jedoch mit Monaten. Ich werde euch weiterhin täglich mit Updates, Theorien, Grafiken und Bildern versorgen.
Ich möchte, wobei eher ich will diesen Blog werbefrei halten. Da jedoch das tägliche recherchieren und Posts schreiben eine Menge Zeit in Anspruch nimmt, habe ich oben rechts unter den Seitenaufrufen einen Spenden - Button eingerichtet.
Wer möchte, kann diesen nutzen.
Ich danke euch für jegliche Unterstützung.

Anbei noch ein Link zu einer Fotogalerie von Lukas Gawenda. Lukas ist ein Leser meines Blogs und ich zitiere sein Kommentar unter dem gestrigen Post:
"Mit einer Sondergenehmigung des isländischen Zivilschutzes hatte ich Anfang September die einmalige Gelegenheit, dieses eindrucksvolle und gewaltige Naturschauspiel sowohl vom Boden aus nächster Nähe, als auch aus der Vogelperspektive erleben, fotografieren und filmen zu dürfen!"

Hier der Link: http://www.lukas-gawenda.de/bildergalerie/vulkanausbruch-island/

Nochmals vielen Dank an dich Lukas, dass du dieses einmalige Erlebnis mit uns teilst!

Montag, 15. September 2014

Eine Calderabildung in Zeitlupe

UPDATE 00:45 Uhr: Mittlerweile hat sich der Krater an der alten Eruptionsspalte wieder eindrucksvoll zurückgemeldet. Die neue Spalte ist weiterhin aktiv, wenn auch mit geringer Aktivität.


UPDATE 23:15 Uhr: Auf der Webcam sieht man, dass sich die alte Spalte und Ihr letzter aktiver Krater geschlossen hat. Im Vordergrund ist nun eine neue Spalte aufgerissen und Lavafontänen erhellen die Nacht.

Rechts im Hintergrund flimmert die alte Spalte

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Nach dem bisher heute stärksten Erdbeben um 08:04 Uhr Ortszeit mit einer Magnitude von 5.4 in nur 100m Tiefe, sank die Caldera um weitere 30cm ab. Mit 90 aufgezeichneten Erdbeben heute, bleibt die seismische Aktivität auf dem Niveau der Vortage.
In den letzten 48h beträgt die Gesamtabsenkung 180cm, was einer Rate von 90cm/Tag entspricht.

Credits University of Iceland

Wir werden hier Zeuge einer neuen Calderabildung in Zeitlupe. Die Caldera sackt manchmal um 25-40cm ab (schwarze Kreise). Daraus resultieren die M5+ Erdbeben. Danach verhakt sich die Caldera mit dem umliegenden Gestein wieder und senkt sich gleichmäßiger.
Ein vergleichbares Ereignis ist mir bisher nicht bekannt. Es ist gut möglich, dass die Caldera um mehrere hundert Meter absinkt, bevor es zu einem Ausbruch kommt. Hier hat ein Prozess eingesetzt, der sich über Wochen oder Monate hinziehen kann.


Die Intensität der Spalteneruption hat ein wenig nachgelassen, jedoch bleiben die ausgestoßenen Mengen an SO2 weiterhin sehr hoch. Es gibt tägliche neue Warnungen von IMO für die betroffenen Gebiete und Gasmasken sind momentan ein sehr beliebtes Einkaufsgut.
Mittlerweile ist es meist nur noch ein Krater, der Lava auswirft. Hier ein Foto von heute: https://www.facebook.com/jardvis/photos/a.934315269916271.1073741829.933177740030024/946495582031573/?type=1&theater.
GPS Messungen zeigen, dass der Druck im Dyke wieder größer wird. Somit kommt mehr Magma nach als derzeit ausgestoßen wird. Das erhöht das Risiko neuer Spalten, die auch unter der Gletscherzunge des Dyngjujökull aufreißen können. Die drei dort entdeckten Depressionen weisen bereits auf kurze, subglaziale Eruptionen hin.

Der Lavastrom verliert mittlerweile an Kraft und legt nur noch 100-250m pro Tag zurück. Folgendes Video zeigt die eindrucksvollen Ausmaße des Lavastroms der rund 25km² Fläche bedeckt: http://www.ruv.is/frett/a-flyover-at-holuhraun-lavafield-video

Sonntag, 14. September 2014

Der Zusammenbruch des Vulkan Bardarbunga

Der Caldera Zusammenbruch des Bardarbunga Vulkan ist uns ja allen schon bekannt, dies geschieht schon seit dem 16. August 2014 und setzt sich auch weiterhin fort. Die Gesamtabsenkung der Caldera beträgt am heutigen Tag ca. 23 Meter.



Das stärkste Erdbeben heute am Bardarbunga hatte eine Magnitude von 5,3 in einer Tiefe von 3 km um 16:06 Uhr MESZ (deutscher Zeit). Desweiteren gab es ein Beben der Stärke 3,8 in einer Tiefe von 2,8 km und ein 4,0 Beben in 500 Meter Tiefe. Die heutigen starken Beben am Bardarbunga, konzentrieren sich eher in einer Tiefe von 500 m bis 4 km.
Der Tremor geht im Vergleich zudem vorherigen Tagen etwas nach oben (siehe Bild), mal schauen wie sich das die Nacht weiter entwickeln wird.


Credits Icelandic Met Office

Seit 14. August 2014 haben sich die Nordamerikanische Platte und die Eurasische Platte um 60 cm voneinander entfernt. Die Nordamerikanische Platte 33,2 cm nach Nordwesten und die Eurasische Platte 26,8 cm nach Südosten. Zur Erinnerung, normal ist 2 cm im Jahr und zur Zeit sind es 60 cm in nur einem Monat.


Credits Icelandic Met Office


Die Spalteneruption im Holuhraun Lavafeld geht auf Vortagesniveau weiter. Mittlerweile hat sich ein neuer Lavastrom aus dem Haupt-Lavastrom gebildet, der in Richtung Osten fließt und ca. 2 km lang und 300 Meter breit ist. Einige Krater am Holuhraun Lavafeld haben mittlerweile eine erstaunliche Höhe erreicht und sehen wie Miniatur-Vulkane aus, siehe Bild.




Luftqualität in den städtischen Gebieten im Osten von Island ist dramatisch:

Die Belastung von Schwefeldioxid nimmt immer weiter zu, neuesten Wetterprognosen zufolge dreht der Wind in den nächsten 24 Stunden und weht in Richtung Norden.  
Es werden hohe Werte von Schwefeldioxid in den Städten; Mývatnssveit, Kelduhverfi, Tjörnes, Húsavík, Aðaldalur, Reykjahverf erwartet.



Weiterhin werden folgende drei Szenarien für "am wahrscheinlichsten" angesehen:

1. Die Absenkung der Bardarbunga Caldera stoppt und die Eruption im Holuhraun Lavafeld ebbt allmählich ab.
2. Eine große Absenkung der Caldera, die die Eruption im Holuhraun Lavafeld verstärkt oder verlängert. In dieser Situation ist es wahrscheinlich, dass die Ausbruchsspalte Richtung Dyngjujökull weiter aufreißt, was zu einem Gletscherlauf und zu einer Ascheeruption führen würde. Es ist außerdem möglich, dass eruptive Risse unter anderen Stellen am Gletscher entstehen.
3. Eine große Absenkung der Caldera, die zu einem Ausbruch der Caldera führt. Infolgedessen würden große Mengen an Eis schmelzen und es würde ein gewaltiger Gletscherlauf entstehen. 



Hier noch ein Bild vom Sonnenuntergang am Bardarbunga vor wenigen Minuten.





















Zum Schluss noch eine Aussage von Jón Frimann , aus Island. Er erwartet folgendes wenn es zum Höhepunkt des Zusammenbruch der Bardarbunga Caldera kommt. 

Die Erdbeben am Bardarbunga gehen in den Bereich von Magnitude 5,5 bis 6,7 eventuell mehr wenn die Kruste es zulässt. Gletscherhochwasser in Richtung Südwesten und Norden. 
Aschewolke bis zu 20 km hoch oder weiter und Abbruch des Nordhanges des Bardarbunga. 






Samstag, 13. September 2014

Die langsame Entstehung einer neuen Caldera

Die neue GPS Station direkt auf dem Eis der Caldera am Bardarbunga zeigt, dass sich die Caldera in den letzten 24 Stunden um 50cm abgesenkt hat. Somit sind wir bei einer Gesamtabsenkung von 21,5m.
In diesem Zusammenhang stehen auch die Erdbeben unter der Caldera.
Gestern Abend um 23:59 Uhr Ortszeit ein M4.7 und ein M4.9 um 07:58 Uhr Ortszeit als die stärksten Beben stand jetzt. Alleine bei dem M4.9 Erdbeben sank die Caldera um 25cm ab.

Die Gesamtzahl der Erdbeben beläuft sich heute bisher auf 45. Der Schwarm beim Tungnafellsjökull ist wieder abgeklungen. Die Epizentren liegen weiterhin unter der Caldera und das Gebiet des Dyngjujökull unter dem Dyke.

Die Spalteneruption im Holuhraun Lavafeld geht auf Vortagesniveau weiter. Einige Krater haben mittlerweile eine Höhe von 70m erreicht. Hier ein wunderschönes Video, welches die Dimensionen eindrucksvoll zeigt: http://www.visir.is/staersti-gigurinn-i-holuhrauni-ad-na-70-metra-haed-og-fer-staekkandi/article/2014140919557.
Der Lavastrom bedeckt ein Gebiet von 24,5 km² und fließt weiterhin ostwärts Richtung Jökulsá á Fjöllum. 
Das Gesamtvolumen wird auf 200 Millionen Kubikmeter ausgestoßener Lava geschätzt.

Neueste GPS Messungen zeigen, dass der Druck im Dyke wieder zunimmt. Das bedeutet, dass mehr Magma nachkommt, als derzeit an der Eruptionsstelle ausgestoßen wird. Hiermit steigt wieder das Risiko für das Aufreißen neuer Spalten oder eine subglaziale Eruption unter der Gletscherzunge des Dyngjujökull.
Die in der Gletscherzunge entdeckten Depressionen haben sich bisher nicht verändert. Auch der Grabenbruch hat sich nicht vergrößert.

Die Belastung von Schwefeldioxid wird zu einem immer größerem Problem. Die Entgasung an der Eruptionsstelle beträgt bis zu 750kg/sek. 
Gestern Abend wurde in Reydarfjordur in Ostisland eine Belastung von 4000µg/m3 gemessen. Zum ersten mal gingen Warnungen per SMS an alle Einwohner in die betroffenen Regionen hinaus.
Das Icelandic Met Office wird Vorhersagen während der Wettervorhersage im Radio und TV schalten.


Weiterhin werden folgende drei Szenarien für "am Wahrscheinlichsten" angesehen:

1. Die Absenkung der Bardarbunga Caldera stoppt und die Eruption im Holuhraun Lavafeld ebbt allmählich ab.
2. Eine große Absenkung der Caldera, die die Eruption im Holuhraun Lavafeld verstärkt oder verlängert. In dieser Situation ist es wahrscheinlich, dass die Ausbruchsspalte Richtung Dyngjujökull weiter aufreißt, was zu einem Gletscherlauf und zu einer Ascheeruption führen würde. Es ist außerdem möglich, dass eruptive Risse unter anderen Stellen am Gletscher entstehen.
3. Eine große Absenkung der Caldera, die zu einem Ausbruch der Caldera führt. Infolgedessen würden große Mengen an Eis schmelzen und es würde ein gewaltiger Gletscherlauf entstehen. 


Anbei noch eine atemberaubende Bildergalerie auf Facebook: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.314496345399558.1073741844.144277455754782&type=1

Freitag, 12. September 2014

Ein ruhiger Tag neigt sich dem Ende

Bisher verlief der Tag heute eher ruhig. 50 Erdbeben wurden aufgezeichnet und das stärkste Beben ereigenete sich heute Morgen um 09:32 Uhr Ortszeit mit einer Magnitude 4.7 unter der Bardarbunga Caldera. Die Epizentren liegen weiterhin unter der Caldera und unter dem Dyke auf Höhe der Gletscherzunge des Dyngjujökull.

Gestern ereignete sich ein Schwarm westlich des Gletschers, der dem ein oder anderen Leser aufgefallen ist.


Hier liegt ein kleiner Gletscher namens Tungnafellsjökull mit dem gleichnamigen Vulkan. Leider gibt es über diesen Vulkan keine Aufzeichnungen seiner Eruptionsgeschichte aus den letzten 8000 Jahren. Er wird aber trotzdem als aktiv eingestuft, da sich anhand von Aschelagen im Eis und Kraterreihen eine gewisse Aktivität feststellen lässt.
Meine persönliche Einschätzung ist, dass die aktuellen Beben Stressbeben sind, ausgelöst durch die tektonischen Veränderungen in der Gegend. Ich denke nicht, dass uns dort eine Eruption bevorsteht.

Die Spalteneruption im Holuhraun Lavafeld geht mit gleicher Intensität wie in den Vortagen weiter. Aufgrund der hohen Ausgasung an der Eruptionsstelle von Schwefeldioxid sind auch heute wieder Warnungen von IMO aktiv.

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Warning

A high concentration of sulphur dioxide (SO2) from the Holuhraun eruption is expected in an area extending from northern part og East Fjords, north to Langanes peninsula. A larger pollution area cannot be ruled out. (Valid until noon tomorrow, Saturday.
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Bei einem Überflug über die Bardarbunga Caldera gestern, wurden keine weiteren Veränderungen der Oberfläche festgestellt. Ob das nun bedeutet, dass die Caldera und mit ihr das Eis nicht weiter abgesunken ist, kann ich derzeit nicht sagen, da zu diesem Thema die Informationen von IMO sehr gering gehalten werden.
Jedoch hat die Caldera endlich selbst eine eigene GPS Station bekommen. Wir sind gespannt auf die Daten in den nächsten Tagen.

Mittlerweile wurde die Warnstufe des Askja wieder auf "grün" zurückgesetzt. Die Erdbebenaktivität hier ist deutlich zurückgegangen und eine Eruption kann derzeit ausgeschlossen werden.


Weiterhin werden diese drei Szenarien für "am Wahrscheinlichsten" angesehen:

1. Die Absenkung der Bardarbunga Caldera stoppt und die Eruption im Holuhraun Lavafeld ebbt allmählich ab.
2. Eine große Absenkung der Caldera, die die Eruption im Holuhraun Lavafeld verstärkt oder verlängert. In dieser Situation ist es wahrscheinlich, dass die Ausbruchsspalte Richtung Dyngjujökull weiter aufreißt, was zu einem Gletscherlauf und zu einer Ascheeruption führen würde. Es ist außerdem möglich, dass eruptive Risse unter anderen Stellen am Gletscher entstehen.
3. Eine große Absenkung der Caldera, die zu einem Ausbruch der Caldera führt. Infolgedessen würden große Mengen an Eis schmelzen und es würde ein gewaltiger Gletscherlauf entstehen.


Die Isländer haben sich vorerst mit der Spalteneruption abgefunden und die Neuigkeiten aus den Nachrichten oder auch von IMO werden immer weniger. Hoffen wir mal, dass das so bleibt und Szenario 3 nicht eintreten wird.

Donnerstag, 11. September 2014

Drei mögliche Szenarien

UPDATE 22:15 : Nach einer weiteren Serie von M3+ Erdbeben unter der Caldera, erschütterte vor wenigen Minuten ein Erdbeben der Stärke M5.2 die Caldera.

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Nach einer Serie von mehreren M3+ Erdbeben unter der Bardarbunga Caldera gestern Abend, ereignete sich um 00:07 Uhr Ortszeit das heute bisher stärkste Beben mit einer Magnitude von 5.4 gefolgt von einem M4.3 um 05:00 Uhr.
Die Gesamtzahl der Erbeben liegt heute bisher bei 80. Sie konzentrieren sich weiterhin auf die Bardarbunga Caldera und das Gebiet des Dykes unter der Gletscherzunge des Dyngjujökull.

Die Spalteneruption geht mit 100 - 200m³ gefördertem Magma pro Sekunde unvermindert weiter. Der Lavastrom folgt mittlerweile dem Flussbett des Jökulsá á Fjöllum Richtung Nordosten. Es werden weiterhin keine Explosionen durch die Interaktion der Lava mit dem Flusswasser registriert. Einzig steigt Dampf auf.

Credits Institut of Earth Sciences


Auch heute wurden wieder Warnungen für Ostisland wegen hoher SO2 Belastungen ausgesprochen. Erstmal sieht man offizielle Warnungen von IMO:

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Warning

A high concentration of sulphur dioxide is forecast from the Holuhraun eruption. Air pollution is likely in the East Fjords, extending north to Vopnafjörður. A larger pollution area cannot be ruled out.
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Diese drei Szenarien werden von den Wissenschaftlern als "am Wahrscheinlichsten" gesehen:

1. Die Absenkung der Bardarbunga Caldera stoppt und die Eruption im Holuhraun Lavafeld ebbt allmählich ab.
2. Eine große Absenkung der Caldera, die die Eruption im Holuhraun Lavafeld verstärkt oder verlängert. In dieser Situation ist es wahrscheinlich, dass die Ausbruchsspalte Richtung Dyngjujökull weiter aufreißt, was zu einem Gletscherlauf und zu einer Ascheeruption führen würde. Es ist außerdem möglich, dass eruptive Risse unter anderen Stellen am Gletscher entstehen.
3. Eine große Absenkung der Caldera, die zu einem Ausbruch der Caldera führt. Infolgedessen würden große Mengen an Eis schmelzen und es würde ein gewaltiger Gletscherlauf entstehen. 

Für die drei Szenarien sind Grafiken entwickelt wurden. In einem Interview gegenüber Ruv.is sagten zwei führende Wissenschaftler das es möglich ist, dass die Bardarbunga Caldera um mehrere hundert Meter absinken könnte.

Szenario 1: Die Absenkung der Caldera stoppt und die Spalteneruption ebbt ab.

Szenario 2: Eine große Absenkung der Caldera, die die Spalteneruption verlängert oder verstärkt.


Szenario 3: Eine große Absenkung der Caldera, die zu einer Eruption in der Caldera führt und eine Gletscherflut auslöst und vermutlich auch viel Asche produzieren würde.
All Credits Magnus Tumi Gudmundsson / University of Iceland´s Institute of Earth Sciences